Verstehen wir uns?

(Workshop, 1 Tag)

Kommunikation ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Schön, wenn sie reibungslos funktioniert. Dann haben wir einen „guten Draht“ zueinander, ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis. Wir verstehen uns.
Was aber läuft schief, wenn der „Draht gestört“ ist, die Gespräche anstrengend oder gar unangenehm sind?
Kommunikation besteht nicht nur aus Worten; sie findet auch nonverbal statt. Körpersprache und inneren Einstellungen zum Gesprächspartner bestimmen unsere Kommunikation mit dem Gegenüber oft stärker als uns lieb ist.
Kommunikation birgt viele Fallstricke: Sie kann misslingen, wenn Nachrichten nicht klar genug formuliert sind oder wenn Ihr Gegenüber das Gehörte innerhalb seines eigenen Verständnishorizontes ganz individuell und anders als von Ihnen gedacht interpretiert. Das Schlüsselwort für eine gelungenes Miteinander im Beruf und im privaten Bereich heißt „Authentizität“: nehmen Sie Ihr Gegenüber als Person wahr und zeigen Sie sich selbst auch als der, der Sie sind. Wenn Sie nicht darauf aus sind, Ihr Gegenüber zu beeindrucken oder zu beeinflussen, sondern ihn/sie als Person akzeptieren, dann sind Sie auf einem guten Weg.
Die Zauberformel der gelungenen Kommunikation besteht aus drei Komponenten: Verständnis, Akzeptanz und Wertschätzung.

Im Workshop sprechen wir über die Voraussetzungen für einen gelungenen Kontakt. Wir kümmern uns sowohl um die Sachebene, als auch um die Beziehungsebene. Sie lernen einfache Tipps und leichte Regeln kennen, mit deren Hilfe Kommunikation gelingt.

Kleiner Exkurs in die Kommunikationspsychologie
Das Vier-Ohren-Modell des Psychologen und Kommunikationswissenschaftlers Friedemann Schulz von Thun (geb. 1944) ist ein Modell der Kommunikationspsychologie, in dem eine Nachricht unter vier verschiedenen Aspekten beurteilt wird:

  1. Sachebene (Worüber spricht er/sie? Themna?),
  2. Selbstaussage (Was offenbart er/sie über sich?),
  3. Beziehungsaspekt (Wie steht sie/er zu mir?),
  4. Appell (Was will sie/er von mir?).

Mithilfe dieses Modells kann man beschreiben, wie zwei Menschen sich durch ihre Kommunikation in Beziehung zueinander setzen. Störungen der Kommunikation und damit auch in der Beziehung entstehen, wenn Sprecher und Hörer die vier Ebenen unterschiedlich deuten und gewichten.


Ein  Beispiel:
Ein Mann und eine Frau sitzen beim Abendessen.
Der Mann sieht Kapern in der Soße und fragt: „Was ist das Grüne in der Soße?“ Er meint damit auf den verschiedenen Ebenen:

  1. Sachebene: Da ist was Grünes.
  2. Selbstoffenbarung: Ich weiß nicht, was es ist.
  3. Beziehung: Du weißt es bestimmt.
  4. Appell: Sag mir, was es ist!

Die Frau versteht den Mann auf den vier Ebenen folgendermaßen:

  1. Sachebene: Da ist was Grünes.
  2. Selbstoffenbarung: Mir schmeckt das nicht.
  3. Beziehung: Du bist eine miese Köchin.
  4. Appell: Lass’ das nächste Mal das Grüne weg.

Reaktion der Frau: „Mein Gott, wenn es dir hier nicht schmeckt, kannst du ja woanders essen gehen!“

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